Seit der Urzeit wurde Jagd eng mit Musik verbunden. Die Jagdmusik erfuhr im Lauf der Zeit einen Wandel von der Gebrauchs- hin zur Kunstmusik und fand Eingang in das Schaffen vieler großer Komponisten der Musikgeschichte. Unter den Hörnern, die das 17. Jahrhundert entwickelt hatte, war das Parforcehorn das Malerischste und Leistungsfähigste. Zunächst eingesetzt, um bei den Parforcejagden den jeweiligen Stand der Jagd mitzuteilen, eröffnete sich dank der einfallsreichen Bläser Ludwigs XIV. um Marquis de Dampierre ein weites Feld bläserischer Möglichkeiten. Die dem Hofe nahe stehenden Komponisten begannen diese neuen jagdlichen Klänge, die am Hofe sehr gefielen, in ihre Kompositionen einzuarbeiten. Eines der wichtigsten Dokumente kunstvoll geadelter Jagdmusik ist das 1828 von dem gefeierten Gioacchino Rossini komponierte „Le Rendez-vous de Chasse“, ein glänzendes Bravourstück für Parforcehörner. Eine Wiederbelebung der Parforcehornmusik und vor allem eine anhaltende Pflege erfuhr das Parforcehornblasen in der Donaumonarchie im Jahre 1886 durch die Veröffentlichung des Bandes „Die Österreichische Jagdmusik“ durch Josef Schantl und Carl Zellner, eine Sammlung prächtig klingender Parforcehorn-Fanfaren.

Die Idee dieses Konzertes ist, Musik für Parforcehörner im Originalklang zu präsentieren und neben Jägern auch Musikliebhaber und Musikinteressierte, die keine Beziehung zur Jagd haben, für dieses Kulturgut zu begeistern.

Schirmherrschaft: Bezirkstagspräsident Richard Bartsch

 

Programm



Marquis de Dampierre 
(1676 – 1756)
Leopold Koželuh 
(1747– 1818)

Friedrich Deisenroth
(1903 – 1997)




Anton Wunderer 
(1850 – 1906)


Fernand Andrieu 
(1863 – 1935)




                              Kaiserliche

Joseph Schantl
(1842 – 1902)
Karl Stiegler 
(1876 – 1932)
Joseph Schantl 
(1842 – 1902)




Paul Angerer 
(geb. 1927)
Hansjörg Angerer
Satz: Paul Angerer
Paul Angerer 
(geb. 1927)


Karl Stiegler 
(1876 – 1932)


Gioacchino Rossini 
(1792 – 1868)





Fanfares De La Grande Chasse
La Sortie Du Chenil, La Partie
Fanfares de la Chasse Par Force


Jagdsuite in vier Sätzen für Parforcehörner
            An der Loire
            Im Wald von Fontainebleau
            Im Schloß von Blois
            In den Ardennen

Gebet der Jäger



Rambouillet


-Pause-


Hofjagdmusik zu Wien

Jagd anblasen,
Großes Halali, Hirsch tot
Bei der Hermesvilla

Fanfaren der höchsten und hohen Jagdherren
            Franz Joseph I., Kaiser von Österreich
            Wilhelm, Prinz von Preußen
            Constantin, Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst
            Alexander III., Kaiser  von Russland

Jubiläumsfanfare für die Jägergesellschaft 
„Hubertus“ Nürnberg zum100-jährigen Bestehen
Tiroler Jagdruf

Luis Durnwalder-Fanfare
Hört, das Jagdhorn schallt und hallt (Zürich 1733)
Jagd-Suite im Kanon für 2 Parforcehörner

Jagdfantasie für Parforcehörner



La Rendez-vous de Chasse



Parforcehorn

Die weitwindigen und ventillosen Parforcehörner haben neben ihrem naturhaft urwüchsigen, dabei doch romantisch poesievollen Jagdhornklang, wie alle „Naturinstrumente“ eine, für unsere auf modern-temperierte Stimmung eingestellten Ohren, auffallende und besonders charakteristische Eigenart: Von den zur Verfügung stehenden Tönen der Naturtonreihe ist der 11. Naturton, das notierte f’’, (typisch für das Parforcehorn und das Alphorn) aus physikalischen – naturgesetzlichen Gründen zu hoch. Die historischen Parforcehörner werden mit offener Stürze – ohne stimmungskorrigierende Manipulationen mit der rechten Hand – geblasen.

Hansjörg Angerer – Musikalische Leitung

Professor für Horn an der Hochschule für Musik Nürnberg und am Mozarteum in Salzburg. Solist und Kammermusiker auf dem Ventilhorn und dem historischen Naturhorn.

Parforcehornbläser

Die Parforcehornbläser der Jägergesellschaft Hubertus Nürnberg, Parforcehornbläser der Kreisgruppe Dinkelsbühl, der Jägergesellschaft Brauner Hirsch Nürnberg und aus dem reiterlichen Bereich haben sich erstmals zusammen gefunden, um gemeinsam mit dem Parforcehornensemble der Hochschule für Musik Nürnberg und unter der Leitung von Prof. Hansjörg Angerer dieses 1. Mittelfränkische Parforcehornkonzert zu gestalten.